Montag, 18.02.2019 – dieser Tag wird rot im Kalender markiert

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Soll: Schwimmen Vereinstraining

Ist: Schwimmen Vereinstraining

Schon früh am Morgen sehe ich auf Strava, dass Frank wieder mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist. Der Kerl scheint also wieder gesund zu sein.
Die Bestätigung kommt kurze Zeit später, als diverse Nachrichten eingehen und sich mit dem Training des heutigen Tages auseinandersetzen.
Kurzum: wir werden uns heute Abend beim Schwimmtraining treffen.

Als ich dann abends in der Vereinsumkleide eintreffe, bin ich doch ziemlich überrascht, als ich Frank zu einer kleinen Sprechprobe auffordere.
Ein Reibeisen klingt im Vergleich dazu geradezu melodisch.
Aber er ist ja alt genug, um objektiv einschätzen zu können, ob das eine gute Idee ist, jetzt schon wieder Sport zu treiben.
…sofern man Triathleten Objektivität bzgl. der eigenen Gesundheit attestieren kann…

Montags findet ja nun das sogenannte Breitensporttraining statt, das es auch mir erlaubt, auf der schnellsten Bahn zu schwimmen und dort nicht Gefahr zu laufen, alle 200 Meter von den schnellen Schwimmern überrundet zu werden.
In der Regel schwimme ich dann doch ehrfürchtig auf der letzten Position und beobachte das Treiben vor mir, bzw. bemühe mich, nicht abreißen zu lassen und den Schwimmschatten zu nutzen.

Zunächst müssen wir uns 300 Meter einschwimmen, gefolgt von 200 Metern Lagen. Danach kommt eine Serie von 8 x 100 Metern GA1.
Frank schwimmt vorne und wir einigen uns auf eine Abgangszeit von zwei Minuten: wenn wir die 100 Meter in 1:45 schwimmen, haben wir also zwischen den Intervallen 15 Sekunden Erholungspause.
Beim Losschwimmen lasse ich fünf Sekunden Abstand zu Frank und ziehe dann hinterher. Zu meiner Überraschung habe ich die fünf Sekunden schon nach der Hälfte fast komplett aufgeholt und auf der zweiten Bahn kann ich Tempo rausnehmen, um ihm nicht auf die Füße zu hauen (bloß nicht provozieren).
Die Zeiten liegen alle bei 1:40, der letzte bei 1:38. So richtig GA1 ist das aber nicht für mich. Aber allein die Tatsache, dass ich locker an ihm dranbleiben kann zeigt mir, dass er noch nicht ganz auf dem Damm ist.

Nach den 8 x 100 Metern kommt irgendein Programm, das so kompliziert war, dass ich es in dem Augenblick, in dem ich es akustisch wahrgenommen, gleich wieder vergessen habe.
Danach kamen 800 Meter am Stück und hier das absolute Highlight des heutigen Abends.
Dazu muss ich vielleicht etwas vorweg schicken. Auf unserer Bahn schwimmt meine Vereinskollegin G.
In all den Jahren habe ich sie noch nie auf der Krampenbahn schwimmen sehen, weil sie einfach zu schnell für diese Bahn ist. Ich bin einmal im Leben mit ihr zusammen auf Bahn zwei geschwommen, wo ich mit Ach und Krach an ihr dranbleiben konnte und hinterher mega stolz auf mich war.

Heute schwimmt sie vorne, dahinter Frank und dahinter widerum ich, gefolgt von zwei anderen.
Nach ungefähr 120 Metern zieht Frank an ihr vorbei und ich überlege, dass es keine gute Idee ist, es ihm gleichzutun. Er kann einfach besser Sprints schwimmen als ich und das Tempo hätte ich nicht mitgehen können.
Nur: jetzt schwimme ich hinter ihr und merke, dass das Tempo nicht so richtig herausfordernd ist. Also tue ich es Frank etwa 100 Meter später gleich und ziehe auch an ihr vorbei.
Beim Überholen tut sie mir schon fast ein wenig leid und ich überlege, was in ihrem Kopf vorgehen muss: „So eine Scheiße, jetzt zieht sogar schon die olle Krampe an mir vorbei… bin noch nie so gedemütigt worden… werde nie wieder ein Wort mit ihm reden… ich muss mehr trainieren…“
OK, ich bin jetzt meilenweit von GA1 entfernt und das Tempo geht gefühlt eher Richtung Kotzgrenze. Aber jetzt kann ich nicht wieder zurück und muss zusehen, dass ich das Tempo hoch halte, um noch ein wenig Abstand zwischen uns zu bringen.
Und es gelingt!
Welche Euphorie. Ich hab’s geschafft, sie zu überholen, bin danach nicht total eingebrochen und habe den Abstand sogar noch vergrößern können.

Den Tag muss ich mir rot im Kalender markieren

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