Montag, 06.10.2014 – ich werde nicht Letzter

Montag, 06.10.2014 – ich werde nicht Letzter

Das Einschlafen gestern Abend gestaltete sich schwieriger als gedacht. Das lag nicht so sehr an der Müdigkeit (ich hätte im Stehen schlafen können) sondern vielmehr an der Zeitverschiebung und den fürsorglichen Mitmenschen auf der anderen Seite des Globus.

Zuerst werde ich von der Nachbarin zu Hause geweckt, die mir alles gute für den Wettkampf wünscht. Danke.

Gerade wieder eingepennt, als ein Typ von power2max anruft. Da ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste und eher noch einen Interessenten für mein Auto vermutete („was ist letzte Preis?“) beschloss ich, nicht ranzugehen.
Dann kamen noch ein paar whatsapp Nachrichten und irgendwann war Ruhe.
Gestern hatte ich aber dann auch noch Udo Weinmann kontaktiert und wir haben uns für heute um 7:30 Uhr am Pier zum schwimmen verabredet. Also streng genommen nur zum Schwimmstart, denn Udo schwimmt in einer anderen Liga als ich.

Bin dann also heute früh so gegen zehn nach sieben hier los, habe in Kailua einen halbwegs legalen Parkplatz ergattert und war um halb acht am Pier.
Die Szenerie hier ist beeindruckend. Es ist die Hölle los. Alle sind dabei, sich für das Schwimmen vorzubereiten, oder sind schon wieder fertig und wuseln so noch am Ort des Geschehens rum. Die Männer meistenteils mit freiem Oberkörper, um ihre Muskeln und flachen Bäuche zur Schau zu stellen. Ich beschließe, meinen Oberkörper noch ein bisschen bedeckt zu halten, denn man sieht noch die ein oder andere Schokonuss auf den Hüften sitzen.

Udo habe ich recht schnell in der Masse ausfindig gemacht und wir quatschen noch ein wenig, bevor wir ins Wasser wollen. Auf dem Weg dorthin treffen wir auch noch Jochen Baumgarten, der mit seiner Frau hier ist und auch noch ins Wasser will.
Danach trennen sich erstmal unsere Wege und ich schwimme los, immer der nächstgelegenen Boje entgegen.
Das Wasser ist herrlich klar und blau und am Grund kann man viele bunte Fische beobachten. Ich grüble aber auch ständig darüber nach, warum ausgerechnet hier keine Haie sein sollten?

Aber da die Begleiter auf ihren Surfboards einen total entspannten Eindruck machen und ich mich partout nicht daran erinnern kann, jemals eine Schlagzeile gelesen zu haben, wonach ein Ironman Teilnehmer vom Hai gefressen wurde, kann ich meine leichte Panik im Griff halten.

Nach circa 25 Minuten schwimme ich wieder zurück und komme irgendwann wohlbehalten am Strand an.
Nett finde ich, dass die Veranstalter dort einen Getränkestand aufgebaut haben und man so den Salzgeschmack aus dem Mund bekommt.

Sogar fast gerade geschwommen.
Sogar fast gerade geschwommen.

Zufrieden mache ich mich wieder auf den Heimweg, und frühstücke.

In der Zwischenzeit hat mir der Support von power2max geschrieben, dass sie diejenigen waren, die versucht haben mich anzurufen. Leider teilen sie mir auch mit, dass es so aussieht, als wenn das Problem auf einen Hardwarefehler zurückzuführen sei und das Wattmesssystem eingeschickt werden muss.

Das hat mir gerade noch gefehlt.

Gegen Mittag mache ich mich dann mit dem Ford auf den Weg, die Insel zu erkunden. Zunächst geht es hier beständig weiter den Berg hinauf, wo sich auch die ganzen Wolken stauen und ziemlich ergiebig abregnen. Kommt man dann wieder Richtung Küste, knallt die Sonne erbarmungslos von oben herab. Hier ist es so heiß, dass ich das Verdeck zumachen muss, um mich nicht zu verbrennen. Ich hatte mich zwar vorher noch ausgiebig mit SF50 Sonnencreme eingerieben, aber die Sonne tut schon fast weh.

Ich nähere mich Hawi (dem Wendepunkt der IM-Strecke) von der anderen Seite und bin überrascht, hier Triathleten auf ihren Rädern anzutreffen. Sind die etwa den ganzen Weg von Kailua-Kona bis hierher gefahren?

Falls dem so ist, dann brauche ich mir wegen Samstag keine Sorgen mehr machen. 180km ein paar Tage vor dem Wettkampf ist sowas von schwachsinnig.
Auf der weiteren Fahrt Richtung Kailua überhole ich auch zahlreiche Triathleten, die scheinbar völlig KO sind, und langsam Oberlenker fahren. Wie schon geschrieben, war es dermaßen heiß, dass ich  nicht oben offen fahren konnte. Wie muss es denen jetzt ergehen?

Mein Mitleid hält sich in Grenzen und ich fahre wieder nach Hause, wo ich mir folgendes zubereite:

Ich kann auch anders... nicht nur Schokonüsse.
Ich kann auch anders… nicht nur Schokonüsse.

Unter der dicken Joghurtdecke (fettarm versteht sich) verbergen sich noch Melone, Birne und Banane – und das alles hier von der Insel. Schmeckt saulecker

Morgen muss ich dann alle drei Disziplinen trainieren. Erst eine halbe Stunde schwimmen, dann 1,5 Stunden Rad und noch einen 15-minütigen Koppellauf hintendrauf.

Mal sehen, wie ich das organisiert bekomme.

3 Gedanken zu „Montag, 06.10.2014 – ich werde nicht Letzter

  1. Sind das wirklich Schokonüsse oder noch der Restbestand von den Nussecken. Es ist eine willkomme Abwechselung Deine Blogs zu lesen. VIEL ERFOLG!!!

  2. Na dann Thoralf, ist es ja nicht so schlimm wenn die Macadamia Nüsse in Schokolade eingelassen sind ;-)! Du solltest nur Beachten Schokonüsse und Bier vertragen sich nicht, wenn dann Nüsse mit Salz! Viel Freude!

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