Montag, 24.06.2019 – jetzt mal realistisch…

Montag, 24.06.2019 – jetzt mal realistisch…

Soll: Athletiktraining

Ist: mache ich bestimmt später noch.

Vorher muss ich hier aber doch noch ein paar Gedanken loswerden.
Nachdem am Freitag letzter Woche solch eine dramatische Wendung eingeleitet wurde, beschäftige ich mich wieder täglich, stündlich, minütlich mit dem Wettkampf.
Auf der einen Seite ist die Euphorie. Ich kann laufen und ich kann scheinbar schnell laufen. Ich kann Rad fahren und auch da muss ich mich nicht verstecken. Und ich kann schwimmen – so einigermaßen jedenfalls oder zumindest so, dass ich mir nicht übergroße Sorgen machen muss zu ertrinken.
Dann sind da die Finisherzeiten aus dem letzten Jahr. Der erste hat 10:05 gebraucht, der letzte Qualifier eine 10:24.
10:28 habe ich 2017 in Hamburg gebraucht. Da ist zwar die Radstrecke einfacher, aber ich war auf der zweiten Runde eigentlich schon durch mit dem Thema, konnte kaum noch Aeroposition fahren und habe kaum noch 200 Watt aufs Pedal gebracht. Außerdem hatte ich Achillessehnenprobleme und war beim Laufen nicht eben der Schnellste.
OK, da war ich noch zwei Jahre jünger, habe aber auch deutlich weniger trainiert.
Der diesjährige Radkurs in Frankfurt hat mehr Höhenmeter als der alte Kurs, aber da hat mir mein Kollege Udo heute zu denken gegeben, dass der neue Kurs auch deutlich weniger Ortsdurchfahrten aufweist und somit weniger Kurven oder Kreisverkehre, vor denen abgebremst werden muss.
So hatte ich das noch gar nicht gesehen.
Dazu kommt das Wetter: es soll warm werden. Sehr warm. Die momentane Prognose geht von 33 Grad aus, Tendenz steigend (gestern wurden noch 31 Grad vorausgesagt). Das ist zwar zum jetzigen Zeitpunkt ein Blick in die Glaskugel, aber in der Gegend wird sich das Wetter vermutlich abspielen.
Mit solchen Temperaturen hatte ich weder in Texas, noch auf Hawaii größere Probleme. Selbst bei der Hitzeschlacht 2015 in Frankfurt, als 40 Grad im Schatten gemessen wurden, bin ich noch relativ gut durchgekommen und habe in einer Zeit unter 11 Stunden gefinischt.

Spricht also alles für mich?

Sind die letzten vier Wochen, in denen ich mein Training sträflichst vernachlässigt habe, spurlos an mir vorübergezogen? Werde ich einen bösen Einbruch erleiden und nach zehn Kilometern auf der Laufstrecke platzen?
Wenn es so einfach wäre, warum sollten dann nicht alle anderen, die deutlich härter trainiert haben, alle vor mir landen?

Wissen werde ich es erst am Sonntagabend.
Vielleicht bin ich dann ertrunken, musste auf dem Rad ab der zweiten Runde Oberlenker fahren oder bin beim Laufen nach zehn Kilometern eingegangen.

Momentan sage ich mir aber, dass alles für mich spricht. Und diese positive Einstellung versetzt manchmal größere Berge als das beste Training.

Ich mag Hitze und komme damit besser zurecht als alle meine Alterskollegen.


So lange nicht das Gegenteil bewiesen ist, wird das mein Credo für Sonntag sein.

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