Sonntag, 08.03.2015 – Halbmarathon Frankfurt

Sonntag, 08.03.2015 – Halbmarathon Frankfurt

Soll: Laufen: Halbmarathon Frankfurt
lockeres 10-15 minütiges Einlaufen mit 3 x 45 sec im WK-Tempo

01:30 h – Grundlagenausd. 1 (GA1)

Ist: 1:30 soll GA1 sein?
Ich glaube, ich muss da mal dringend was klarstellen. Mein Trainer muss eine völlig falsche Einschätzung meiner Form haben. Ich bin bislang zwei mal im Leben eine Zeit unter 1:30 im Halbmarathon gelaufen und ich war jedes mal weit von GA1 entfernt. Und mir fällt auf Anhieb und auch bei längerem Nachdenken kein Grund ein, warum das dieses mal anders sein sollte.

Wir (in dem Fall Frank, Martin und ich) treffen uns schon um acht Uhr bei Frank, um nach Frankfurt zu fahren. Wie zu befürchten war, gibt es noch Startplätze.
Schlimmer noch: es herrschen ideale Bedingungen. Kein Wind, die Sonne scheint und die Temperaturen sind ideal. Das einzige, was als Ausrede herhält ist die Woche Sölden mit Alkohol und fettigen Speisen.
Ich treffe vor dem Lauf noch einen Bekannten, der den gleichen Trainer hat und dessen Vorgabe auch 1:30 lautet. Seine Taktik: gucken was geht und wenn nix geht aufgeben.

Klingt nach nem Plan.

Frank muss „nur“ eine 1:38 laufen und da ich nicht weiß, ob Martin als Hase taugt, werde ich mich eben an dem Bekannten orientieren.

Wir finden uns gerade noch rechtzeitig vor dem Startschuss in unserer Startbox für die Läufer 1:30 bis 1:35 ein und rennen den anderen hinterher (also Martin und ich – Frank ist in der Startgruppe hinter uns).
Meinen Bekannten kann ich in etwa 20 Meter Entfernung vor mir ausmachen – Martin hat das mit dem Hasen missverstanden und bleibt hinter mir.
Die ersten Kilometer geht es leicht bergab, was sich in Zeiten um 4:10 min/km wiederspiegelt. Danach geht es flach Richtung Main und dann am Mainufer entlang. Die Zeiten klettern auf 4:15 bis 4:19 min/km und ich kann mich bis auf einen Meter an meinen Bekannten rankämpfen.
Ich entscheide, unerkannt zu bleiben, um dann später im entscheidenden Moment überraschend von hinten den Zielsprint anzuziehen.

Eine völlig falsche Einschätzung der Lage, wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte:
kurz vor der 10km Verpflegungsstelle nestelt er an seiner Rückentasche rum, zieht ein Gel raus und drückt sich das rein. Ich denke noch darüber nach, dass so ein klebriges Pappzeugs jetzt nicht das richtige für mich wäre, als er nach einem weiteren halben Kilometer anfängt, deutlich Vorsprung zu gewinnen.

Ich muss meinen Trainer echt enttäuschen, denn das was ich hier lief, war bei weitem kein GA1. Das war nicht mal mehr GA2 sondern ein „all out“. Aber so sehr ich mich auch mühte und weiter andere Läufer überholte, der Abstand wurde größer und größer.

Jetzt überkam mich die nächste Sorge: werde ich noch von Martin eingeholt?

An der Wendestelle bei ca. km 16 war er ca. eine Minute hinter mir und mein Tempo hatte sich schon deutlich Richtung 4:30 min/km verschoben.
Wer sich umdreht, hat ja schon verloren, deshalb bin ich stoisch weitergelaufen in ständiger Erwartung, gleich von hinten einen freundschaftlichen Klapps auf die Schulter zu bekommen. Erst als das Ziel vor mir auftauchte war ich mir sicher, dass ich vorne sein würde.

Letztlich bin ich eine 1:33:26 gelaufen. Ziemlich genau eine Minute schneller als Martin und drei Minuten langsamer als mein Bekannter.

Zwar nicht das, was mir der Trainer ins Pflichtenheft geschrieben hat, aber ich war zufrieden. Und das zählt ja auch was.

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